Das kardiometabolische Risiko – ein wachsendes Problem
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes stellen zwei der größten Gesundheitsprobleme der Welt dar. Sie sind eng miteinander verknüpft. Mindestens 65 Prozent der Diabetiker sterben an einem Herzleiden oder einem Schlaganfall [1].
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind die Haupttodesursache weltweit. Schätzungweise 4,3 Millionen Menschen sterben in Europa jedes Jahr an CVD [2]. Rauchen, ungesunde Ernährung, wenig Bewegung und Alkoholmissbrauch erhöhen das Risiko für Herzanfälle und Schlaganfälle [3].
Mehr als 220 Millionen Menschen leiden an Diabetes. Diabetiker haben ein zwei bis vier Mal höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken.
Diabetes und seine Komplikationen können durch das rechtzeitige Screening und die Früherkennung verhindert werden [4][5].
Was ist ein kardiometabolisches Risiko?
Das kardiometabolische Risiko vereint verschiedene Risikofaktoren, die zu Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können (CVD). Zu den einzelnen Risikofaktoren gehören Adipositas (vor allem Stammfettsucht), Hyperglykämie, Hypertonie, Insulinresistenz
und Dyslipoproteinämie [6].
Patienten mit mehreren kardiometabolischen Risikofaktoren haben ein sieben Mal höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken, und ein zwei Mal höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben [7][8].
Die Ermittlung und Kontrolle des kardiometabolischen Risikos können Ärzten und Patienten dabei helfen, die geeigneten präventiven Maßnahmen zu bestimmen, um das Auftreten eines Diabetes und von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verzögern und zu verhindern.

Diabetes wird oft spät entdeckt, wenn Gewebeschädigungen und eine Insulinresistenz bereits eingetreten sind. Adaptiert von Typ-2-Diabetes BASICS. Minneapolis, MN: International Diabetes Center; 2000.
Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes als größte Risikofaktoren
Das Insulinresistenzsyndrom zeichnet sich durch eine reduzierte Gewebesensitivität gegenüber der Wirkung von Insulin aus, die zu einem kompensatorischen Anstieg der Insulinsekretion führt. Diese Stoffwechselfunktionsstörung verursacht ein Cluster an Abnormalitäten mit schweren klinischen Folgen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie und Schlaganfall. Wenn insulinresistente Personen den Grad der Hyperinsulinämie nicht mehr aufrechterhalten können, der notwendig ist, um die Resistenz zu überwinden, entwickeln sie Typ-2-Diabetes [9].

Die frühe Erkennung und Vermeidung des Insulinresistenzsyndroms und Diabetesrisikos könnten eine Vielzahl an Komplikationen reduzieren.
Small-Fibre-Neuropathie und kardiometabolisches Risiko
Mehrere Studien haben nachgewiesen, dass Small-Fibre-Neuropathien häufig bei Menschen mit Insulinresistenz und Prädiabetes auftreten (IGT) [10][11].Die sudomotorische Funktion spiegelt die sympathische Aktivität wider und liefert Einblicke in die postganglionäre autonome Innervation. Ihre Beurteilung stellt ein nützliches Mittel bei der Bewertung autonomer Funktionsstörungen dar [12].
Die Untersuchung der sudomotorischen Funktion kann bei der Früherkennung eines kardiometabolischen Risikos helfen.
[1] Know the facts, get the stats 2007. American Heart Association [2] European cardiovascular disease statistics. British Heart Association. 2008 [3] Weltgesundheitsorganisation. Faktenblatt Nr. 317, Januar 2011 [4] Weltgesundheitsorganisation. Faktenblatt Nr. 317, Januar 2011 [5] Diabetes Prevention Programme Research Group. Reduction in the incidence of type 2 diabetes with lifestyle intervention or metformin. N Engl J Med. 2002;346:393-403 [6] Brunzell et al. Lipoprotein Management in Patients With Cardiometabolic Risk: Consensus. J. Am. Coll. Cardiol. 2008;51:1512-1524 [7] Wilson et al. Metabolic syndrome as a precursor of cardiovascular disease and type 2 diabetes mellitus. Circulation. 2005;112:3066-3072 [8] Ford et al. Metabolic syndrome and incident diabetes: current state of the evidence. Diabetes Care. 2008;31:1898-1904 [9] American College of Endocrinology Position Statement on the Insulin resistance syndrome. Endocrine practice. 2003;9:236-251 [10] Tavee at al. Small fiber neuropathy : a burning problem. Cleveland clinic journal of medicine. 2009;76:297-305 [11] Putz et al. Non invasive evaluation of neural impairment in subjects with impaired glucose tolerance. Diabetes care. 2009;32:181-183 [12] Low et al. Evaluation of sudomotor function. Clinical Neurophysiology. 2004;115:1506-1513







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